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Freitag, 21. Februar 2014

Vor genau 100 Jahren wurde die Golddeckung der Mark abgeschafft!



Vor genau 100 Jahren wurde die Golddeckung
der Mark abgeschafft

von Michael Vaupel

*** Was wohl die Wenigsten wissen: In diesem Jahr jährt es sich zum 100. Mal, dass die Golddeckung der deutschen Währung aufgegeben wurde.

Eine mit Gold gedeckte Währung?

Das ist nicht nur das, was sich Ihr Autor für die Gegenwart wünschen würde (Teildeckung wäre schon etwas...). Das hatten wir schon mal. Bis 1914 gab es im Deutschen Reich die Goldmark. Es gibt also durchaus noch einige wenige Mitbürger(innen) in unserem Land, bei welchen zum Zeitpunkt ihrer Geburt eine goldgedeckte Währung bestand.




Und auch in diversen anderen europäischen Staaten waren die Währungen durch Gold (oder Silber) gedeckt. Die britische Währung - Pfund Sterling (Silber) - erinnert noch mit ihrem Namen daran. Die gute alte Zeit eben, königlich bayrisches Amtsgericht etc. pp.

Das Ende der "guten alten Zeit" (was sich ja oft erst im Nachhinein zeigt, auch heute noch) brachte der Erste Weltkrieg. Im August 1914 brach er aus, und schon im September gab die Reichsschuldenverwaltung Schuldverschreibungen aus, welche nicht mehr "in Metallgeld einlösbar" waren. So konnten die riesigen Kriegsausgaben zunächst finanziert werden - genug Gold wäre einfach nicht da gewesen...(wäre mal lieber der Krieg unterlassen worden von allen Beteiligten).

Schon damals gab es viele clevere Deutsche und sozusagen die Vorgänger der "Investoren Wissen"-Gemeinde: Denn zu diesem Zeitpunkt meldeten die Banken, dass zahlreiche Personen sich ihre Guthaben bei den Banken in Goldmark auszahlen ließen bzw. ihr Papiergeld in "harte Währung" sprich Goldmark eintauschen ließen.

Und das war aus individueller Sicht auch richtig - denn wenig später verkündete die Führung, dass die Banknoten nicht mehr in Goldmark eingetauscht würden. Es hieß, diese Maßnahme sei lediglich "für die Dauer des Krieges", nach dem "gewonnenen Kriege" würde die Umtauschpflicht selbstverständlich wieder eingeführt.

Es gab bekanntlich keinen gewonnenen Krieg, und die 

Umtauschpflicht von Banknoten in Goldmark wurde bis auf den heutigen Tag nicht wieder eingeführt.

*** Bin ja auch studierter Historiker, und ich mag es, bei Analysen die Themen Geschichte und Wirtschaft beide zu berücksichtigen. Ist leider nicht selbstverständlich, in andere Fachbereiche zu schauen. Fragen Sie einmal einen Daytrader etwas zum Thema Erster Weltkrieg. Oder bitten Sie einen Historiker um seine Meinung zur möglichen Einflussnahme der US-Notenbank auf Großbritannien im Ersten Weltkrieg.

Normalerweise wird es dann ganz schnell ziemlich "dünn". In dem Zusammenhang eine aktuelle Buchempfehlung meinerseits, zum "100jährigen" des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Und zwar kommt dieses Buch von keinem Historiker, sondern einem Politikwissenschaftler. Herfried Münklers "Der Große Krieg. Die Welt 1914-1918" erscheint genau zum Jubiläum (hat er gut "getimt").

Es ist meiner Ansicht nach eins der besten ausgewogenen Werke, wenn Sie in einem Buch (gut 900 Seiten) einen Überblick über den Ersten Weltkrieg erhalten möchten. Und das gilt keineswegs nur für Einsteiger, denn Herfried Münkler kommt durchaus zu eigenen und originellen Schlussfolgerungen.

Mir gefällt er, weil er meiner Ansicht nach "ausgewogen" ist, und so sollte ein Historiker sein. Meinem Ethos zufolge sollte ein Historiker kein Vaterland haben, sondern "neutral" sein. Und Literatur zum Ersten Weltkrieg ist oft apologetisch - oder das Gegenteil, das Deutsche Reich verteufelnd. Ich bin hingegen ähnlich wie Herr Münkler der Ansicht, dass die Verantwortung auf mehreren Schultern lag, in mehreren Ländern. Und es gab - leider - auch wirklich ärgerliche Zufälle.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein angenehmes Wochenende!

Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt, Magister Artium
Chefredakteur "Investoren Wissen"



http://www.latschariplatz.com



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