Blog Nr. 05 > Unser Finanz-System


Gefällt Ihnen der nachfolgende Beitrag? Ja?

... dann unterstützen Sie uns bitte durch den Besuch unserer Sponsoren-Webseiten (rechts neben dem Beitrag) und durch Weiterverbreitung über die am Artikel-Ende sichtbaren SHARE-Buttons! Vielen, herzlichen Dank!

Montag, 10. Februar 2014

Deutsche Goldreserven in den USA



Deutsche Goldreserven in den USA - 
Neuer Schlag vor den Kopf


Anfang des Jahres hatte ich Ihnen meine aktuelle Einschätzung zum Stand des Themas "deutsche Goldreserven in den USA" gegeben. Der Bundesbankpräsident hatte sich von der BILD-Zeitung interviewen lassen (Veröffentlichung 24.12.2013) und dabei versucht, im Hinblick auf die Rückholung der deutschen Goldreserven gute Stimmung zu verbreiten:

„Alles lief reibungslos ab", verkündete der Bundesbank-Präsident, es sei eine logistische Herausforderung gewesen.

Damit bezog er sich auf darauf, dass die Bundesbank laut offiziellen Zahlen im Jahr 2013 knapp 37 Tonnen "aus New York und Paris" zurück in die Bundesrepublik geholt hatte. Die Überschrift des BILD Beitrags dazu, "Bundesbank holt Gold-Schatz nach Deutschland", behagte mir überhaupt nicht. Ich wiederhole an dieser Stelle zunächst meine Bedenken von Anfang Januar:

Die genannten "knapp 37 Tonnen" sind zunächst nur ein geringer Teil der gesamten deutschen Goldreserven von zu Anfang 2013 rund 3.396 Tonnen Gold. 

"Bundesbank holt Gold-Schatz nach Deutschland" erscheint mir deshalb zumindest etwas...übertrieben

Der Zeitpunkt der Meldung. 23.12., 23:58 Uhr - eher eine Uhrzeit, zu der eine solche Meldung "untergeht".

Die genannten 37 Tonnen liegen übrigens unter den 50 Tonnen Gold, welche die Bundesbank pro Jahr zurückholen wollte. Dies hatte Bundesbank-Vorstand Thiele 2012 verkündet, siehe dieses Interview mit ihm.

Besagte 37 Tonnen sollen "aus New York und Paris" zurückgeholt worden sein. Also noch nicht einmal diese 37 Tonnen kamen komplett aus den USA.

Zu der "logistischen Herausforderung", von welcher der Bundesbank-Präsident sprach, und der "reibungslosen Abwicklung": Lob gibt es dafür von mir nicht. Sollte für ein Land wie Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein. Nur zum Vergleich: Venezuela schaffte es in 2 Monaten, seine gesamten Goldreserven in Höhe von ca. 160 Tonnen aus den USA zurückzuholen. Und Deutschland schaffte nun in 12 Monaten satte 37 Tonnen, davon noch einen Teil aus dem nahen Paris. Wirklich beeindruckend?

Die Formulierung "eine Sicherheitsfirma ließ einen Teil der Goldbarren (...) einschmelzen". Warum dies? Und wenn ich wetten würde, würde ich durchaus wetten, dass dies den Teil der Goldbarren betraf, die aus den USA kamen.

Inzwischen wurde bekannt: Von den genannten knapp 37 Tonnen kam auch noch der Großteil aus Paris. Wie ich bereits Anfang Januar bemerkte: "Noch nicht einmal die genannten 37 Tonnen kamen komplett aus den USA."

Auch wurde mitgeteilt, wie sich diese 37 Tonnen aufteilen. Und zwar sollen davon 32 Tonnen aus Frankreich gekommen sein, und gerade einmal 5 Tonnen aus den USA. Lediglich 5 Tonnen! Wieso nur so wenig? Die Süddeutsche Zeitung berichtet dazu:

"Die relativ geringen Mengen erklärt die Bundesbank mit dem anfangs hohen logistischen Aufwand und den umfassenden Sicherheitsvorkehrungen."

Da muss ich erst einmal tief durchatmen. Fakt ist: Deutschland hat Goldreserven von rund 3.400 Tonnen. Nun sollen sie schrittweise nach Deutschland zurückgeholt werden - der Bundesbankpräsident nimmt in einem entsprechenden Interview mit der BILD den Mund ziemlich voll ("alles lief reibungslos"), und diese titelt "Bundesbank holt Goldschatz nach Deutschland".

Und wieviel Gold wurde tatsächlich aus den USA zurückgeholt, im gesamten Jahr 2013?

Gerade einmal 5 Tonnen!

Ein Vielfaches davon verlässt Monat für Monat an der COMEX die Lager. Und, mein Lieblingsbeispiel: Venezuela schaffte es innerhalb von zwei Monaten, seine gesamten Goldreserven von etwa 160 Tonnen aus den USA zurück in die Heimat zu holen.

Und die Bundesbank verweist auf "hohen logistischen Aufwand", weshalb sie nur 5 Tonnen in 12 Monaten geschafft hat? Wenn ich an Bill Bonner denke (den ich seit zig Jahren übersetze, kenne und sehr schätze), fällt mir in dem Zusammenhang de Ausruf "pathetic"! ein.

5 Tonnen! Ich mache gerade ein Geräusch wie eine Kuh, die zu muhen ansetzt, es sich unmittelbar davor aber anders überlegt.

Deutschland: Eigentümer, aber nicht Besitzer von 3.400 Tonnen Gold

Und vielleicht gilt es, auch sprachlich zu reagieren. Deutschland ist vielleicht gar nicht der Besitzer von 3.400 Tonnen Gold. Ich sage stattdessen, Deutschland ist Eigentümer dieser 3.400 Tonnen Gold.

Wer sie besitzt...wer weiß das schon? Die neueste Nachricht über die besagten 5 Tonnen lässt meine Zweifel an der Höhe der deutschen Goldreserven in den USA jedoch weiter wachsen. Wer weiß, ob wir oder auch nur die nächste Generation das jemals wiedersehen.

Ich sehe das eher wie Peter Gauweiler, den das Handelsblatt mit diesen Worte dazu zitierte: "Offenbar sind die Barren nicht mehr unangetastet verfügbar gewesen."

Wissen kann ich es naturgemäß nicht. Doch wer Ohren hat, der höre.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!

Ihr

Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur "Investoren Wissen"





Klick' Dich hier zur Hauptseite!







Share Buttons